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Workshopreihe: Environmental Justice

29. April, 13. Mai & 28. Mai 2025

Banner zur Workshopreihe „Environmental Justice“ mit Silhouetten von Demonstrierenden und einer städtischen Verschmutzungsszene bei Sonnenuntergang.**

Hintergrund

 

Die Workshopreihe 2025 zum Thema Environmental Justice, gefördert vom Deutschen Generalkonsulat in Chicago im Rahmen der Clean Economy Bridge Initiative, wurde konzipiert, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und auf Basis vielfältiger Erfahrungen zu beleuchten. Dabei wurde besonders betont, dass Umweltgerechtigkeit nicht nur als theoretisches Konzept verstanden werden sollte, sondern als etwas, das in der Praxis auf unterschiedliche Weise gelebt wird. Ziel der Reihe war es, aufzuzeigen, wie sich Umweltgerechtigkeit in verschiedenen Gemeinschaften, Sektoren und geografischen Kontexten manifestieren kann.

 

Die Idee für die Workshopreihe entstand aus dem Wunsch, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden aktiv mit dem Thema auseinandersetzen können – über reines Zuhören hinaus hin zu echtem Dialog, Lernen und Austausch. Durch die Zusammenführung von Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Stadtplanung, Intersektionalität und indigene Interessenvertretung – sollte ein interdisziplinärer Austausch gefördert werden, der die vielschichtige Natur von Umweltgerechtigkeit sichtbar macht.

 

Um die Wirkung der Reihe über die Live‑Veranstaltungen hinaus zu verstärken, wurden ausgewählte Referierende eingeladen, an begleitenden Podcast‑Episoden mitzuwirken. Diese Gespräche ermöglichen vertiefte Einblicke in die Themen und Erfahrungen aus den Workshops und tragen dazu bei, den Dialog über die Veranstaltung hinaus fortzuführen. Der Podcast ist hier verfügbar. Organisiert wurde er von der Deutsch‑Amerikanischen Handelskammer und ermöglicht durch die Förderung des Deutschen Generalkonsulats in Chicago im Rahmen der Clean Economy Initiative.

 

Überblick über die Workshops

 

Das übergreifende Thema der Workshopreihe war Environmental Justice, wobei jede der drei Sessions einen eigenen Schwerpunkt setzte: Intersektionalität, Stadtplanung und indigene Gemeinschaften. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas war es Ziel der Reihe, unterschiedliche Dimensionen von Umweltgerechtigkeit zu beleuchten und dabei über theoretische Ansätze hinaus konkrete Praxisbeispiele sichtbar zu machen.

 

Ein zentrales Element der Reihe war ihre transatlantische Perspektive, bei der Referierende aus Deutschland und den Vereinigten Staaten zusammengebracht wurden. Dieser Austausch von Erfahrungen und Sichtweisen ermöglichte einen vielfältigen Dialog und vertiefte die Auseinandersetzung mit dem Thema Umweltgerechtigkeit.

Workshop I: Intersektionalität

 

Datum: 29. April 2025 | Uhrzeit: 10:00–11:30 Uhr

 

Referierende und Breakout-Themen:

 

Gwen Smith – Gründerin & Executive Director, CHARRS


Thema: Gesundheitliche Auswirkungen – Der unverhältnismäßige Einfluss von Umweltverschmutzung und Klimawandel auf marginalisierte Gemeinschaften

Gwen Smith moderierte eine Diskussion über klimabedingte Katastrophen im Großraum Atlanta. Anhand von Szenarien wie Überschwemmungen und extremen Wetterereignissen regte sie die Teilnehmenden dazu an, mögliche Reaktionsstrategien zu durchdenken, und sprach darüber, wie sich Gemeinschaften auf klimabedingte Notfälle vorbereiten können.

 

Analyah Schlaeger dos Santos – Organizer, U.S. Climate Reparations Camp


Thema: Klimareparationen und Verantwortung

 

Analyah leitete eine Session zur Bedeutung der Verantwortungsübernahme der USA im Kontext von Klimareparationen. Sie stellte das Climate Reparations Camp vor und erläuterte, wie dort Strategien entwickelt werden, um Gemeinschaften im Globalen Süden zu unterstützen.

 

Marcel Bodewig & Anne Stadtmüller – Aktivist:innen, Amnesty International Deutschland – Climate Crisis Group


Thema: Wessen Stimmen prägen die Klimadebatte? Inklusion in der Umweltgerechtigkeit

 

Marcel Bodewig und Anne Stadtmüller stellten die Arbeit von Amnesty International an der Schnittstelle von Klima und Menschenrechten vor. Sie thematisierten die unverhältnismäßigen Auswirkungen der Klimakrise auf den Globalen Süden sowie die Rolle des Globalen Nordens bei deren Bewältigung. Die Session beinhaltete Praxisbeispiele und einen lösungsorientierten Austausch.

Workshop II: Stadtplanung

 

Datum: 13. Mai 2025 | Uhrzeit: 10:00–11:30 Uhr

 

Referierende und Breakout-Themen:

 

Dr. Andrea Jonas, Referat RS 2 „Stadtentwicklung“ – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)


Thema: Von der Idee zur Umsetzung – Praktisches Handeln

Dr. Jonas zeigte auf, wie Krisen Städte und Planungsprozesse beeinflussen. Anhand konkreter Beispiele erläuterte sie, wie es Städten gelingt, selbst unter schwierigen Bedingungen Konzepte in die Praxis umzusetzen.

 

Joseph DeAngelis, Research Manager, American Planning Association


Thema: Umweltkatastrophen und Stadtplanung

 

Joseph beleuchtete die zentrale Rolle von Stadtplaner:innen bei der Vorbereitung auf und Bewältigung von Umweltkatastrophen. Dabei hob er die Bedeutung vorausschauender, langfristiger Planung hervor und betonte, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen besonders stark von solchen Krisen betroffen sind.

 

Michael Brown, Director of Planning, Chicago Metropolitan Agency for Planning


Thema: Die Stimmen der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellen: Strategien für Zuhören und inklusive Beteiligung

 

Michael konzentrierte sich darauf, wie insbesondere historisch benachteiligte Gruppen stärker in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden können. Anhand eigener Projekte stellte er Praxisbeispiele vor und leitete eine gemeinsame Ideensammlung zu partizipativer Stadtplanung.

 

Simone Schuppan, Gründerin & Managing Partner, C2 Impact


Thema: Urbane Ernährungsgerechtigkeit: Wirtschaftliche Stärkung & Gemeinschaftsgesundheit

 

Simone untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährungssystemen und sozialer Gerechtigkeit im städtischen Raum. Sie stellte konkrete Initiativen vor, die den Zugang zu gesunden Lebensmitteln für unterversorgte Bevölkerungsgruppen verbessern und zugleich wirtschaftliche Teilhabe sowie öffentliche Gesundheit fördern.

 

Dr. Dorcas Nthoki Nyamai, Specialist Sustainable Mobility, International Planning Studies TU Dortmund


Thema: Urbane Mobilität & räumliche Gerechtigkeit

 

Dr. Nyamai leitete eine interaktive Diskussion über Mobilität und räumliche Gerechtigkeit. Sie ging der Frage nach, wer in Städten über Entscheidungen bestimmt, welche Verantwortung zentrale Akteure tragen und wie kulturelle Leitbilder – etwa der „American Dream“ – Mobilitätsverhalten wie die Abhängigkeit vom Auto prägen.

 

Workshop III: Indigene Gemeinschaften

 

Datum: 18. Mai 2025 | Uhrzeit: 10:00–11:30 Uhr

 

Referierende und Breakout-Themen:

 

Chris Casillas, Executive Director, Regenerating Sonora


Thema: Landenteignung und Bergbau in Arizona

 

Chris gab Einblicke in seine Arbeit bei Regenerating Sonora, einer gemeinnützigen Organisation in Arizona, die sich für die Rechte indigener Gemeinschaften einsetzt – insbesondere im Zusammenhang mit Kupferbergbau. Ein zentraler Ansatz der Organisation ist strategische Kommunikation, um Aufmerksamkeit zu schaffen und Veränderungen anzustoßen.

 

Penny Gage, Chief Policy and Partnerships Officer, Launch Alaska


Thema: Gemeinschaften stärken: Nachhaltige Energieinnovationen mit lokalem Mehrwert in Alaska

 

Penny Gage erläuterte, wie Launch Alaska die Einführung sauberer Energietechnologien in abgelegenen und unterversorgten Regionen Alaskas beschleunigt. Sie betonte die Bedeutung von gemeinschaftsgetriebenen Innovationen, Energie-Resilienz sowie einer inklusiven Entwicklung, die sich an lokalen Bedürfnissen und Perspektiven orientiert.

 

Anne Stadtmüller & Emma Liebs, Aktivistinnen, Amnesty International Deutschland – Climate Crisis Group


Thema: Das Paradox der Energiewende: Rechte indigener Gemeinschaften

 

In dieser interaktiven Session wurde ein oft übersehener Aspekt der Energiewende beleuchtet: ihre menschenrechtlichen Auswirkungen auf indigene Bevölkerungen. Anne Stadtmüller und Emma Liebs führten durch eine Kombination aus interaktiven Methoden, Präsentationen und offener Diskussion, um zu untersuchen, wie der Ausbau erneuerbarer Energien marginalisierte Gruppen beeinflusst.

 

Eva Garofalo, Nachhaltigkeitsberaterin, Tall Cedar Consulting & Jesse Stoeppler (Gwii Lok'im Gibuu), Skeena Watershed Conservation Coalition


Thema: Chancen für eine vertiefte transatlantische Solidarität zwischen indigenen Gemeinschaften und Europa

 

Eva Garofalo und Jesse Stoeppler leiteten gemeinsam eine Sitzung zu den Verbindungen zwischen indigenen Gemeinschaften in Nordamerika und Umwelt- sowie Klimagerechtigkeitsbewegungen in Europa. Anhand von Fallstudien und offenem Austausch untersuchten sie, wie gemeinsame Werte, Widerstandsgeschichten und das Engagement für den Schutz von Land als Grundlage für stärkere transatlantische Kooperation dienen können.